Über eine Körpertherapie, die Sehnsucht nach der unsichtbaren Welt – und die Erkenntnis, dass kein anderer Mensch mir einen Grund geben muss, hier zu sein.

Ich entscheide mich für die Erde

20. August 2026

Ich entscheide mich für die Erde

Ich war heute bei meiner Körpertherapeutin.

Sie hat am gleichen Tag Geburtstag wie ich.

Allein das finde ich schon ziemlich grossartig.

Vielleicht ist das Zufall.

Vielleicht auch nicht.

Ist mir ehrlich gesagt gerade vollkommen egal.

Denn heute war es ein Geschenk.

Endlich sass da jemand vor mir und ich hatte dieses seltene Gefühl:

Ah. Du bist auch so.

Du weisst, wovon ich rede.

Ich muss nicht erst ungefähr siebzehn Nebensätze bauen, um zu erklären, was in meiner Welt vollkommen selbstverständlich ist.

Sie hat mir heute sehr aus der Seele gesprochen.

Und irgendwann sagte sie etwas, das seitdem in mir arbeitet:

Es ist eine Entscheidung, in der Materie zu leben.

Eine Entscheidung.

Interessant.

Denn gerade als Fisch kann man natürlich hervorragend überall sein.

Nur eventuell nicht unbedingt auf der Erde.

Es gibt ja genügend andere Möglichkeiten.

Feinstoffliche Ebenen.

Astralwelten.

Energien.

Unsichtbare Verbindungen.

Was weiss ich, wie die ganzen Sphären heissen.

Und schon während ich diese Begriffe schreibe, merke ich, wie wenig Lust ich eigentlich darauf habe, alles zu benennen.

Drittes Auge.

Astralebene.

Inkarnation.

Dies.

Das.

Ananas.

Kaum hat etwas einen Namen, entsteht schon wieder eine Schublade.

Und plötzlich wird etwas, das sich vorher weit angefühlt hat, erstaunlich eng.

Vielleicht muss ich gar nicht genau wissen, wie es heisst.

Ich kenne diese Welt jedenfalls.

Diese Sehnsucht nach etwas, das sich für mich lange mehr nach Zuhause angefühlt hat als die Erde.

Nach dem Unsichtbaren.

Nach diesem feinen Schwingen.

Nach Liebe, die keinen Körper braucht.

Nach Verbindung, für die niemand den Mund aufmachen muss.

Nach einem Raum, in dem ich einfach weiss.

Lange hatte ich Sehnsucht nach Hause.

Und damit meinte ich nicht meine Wohnung.

Ich meinte dieses andere Zuhause.

Irgendwo.

Da, wo alles leicht ist.

Da, wo nichts so dicht ist.

Da, wo ich nicht ständig mit diesem merkwürdigen Ding namens Materie konfrontiert werde.

Materie ist nämlich manchmal ganz schön anstrengend.

Ein Körper hat Bedürfnisse.

Er hat Grenzen.

Er wird müde.

Er hat Hunger.

Er hat Schmerzen.

Er reagiert.

Er wird berührt.

Er kann verletzt werden.

Ein Körper ist ziemlich eindeutig darin, dass ich hier bin.

Und während ich heute darüber nachdenke, fällt mir plötzlich noch etwas anderes ein.

Vor einiger Zeit hat Erika im Rahmen eines Moduls in Eisenbuch Kinderbilder von mir angeschaut.

Sie sagte damals zu mir, dass sie darin etwas wahrnehme:

Dass ich eigentlich noch nicht wieder inkarnieren wollte.

Dass ich wegen meiner Schwester früher gekommen sei, als ich es ursprünglich wollte.

Und dass zwischen uns Karma liege.

Ob und wie solche Dinge objektiv funktionieren, weiss ich nicht.

Aber irgendetwas daran hat mich damals tief getroffen.

Das Thema mit meiner Schwester fühlt sich für mich inzwischen aufgeräumt an.

Und trotzdem blieb offenbar etwas anderes übrig.

Denn wenn ich heute auf mein Leben zurückschaue, erkenne ich plötzlich ein Muster:

Ich habe immer wieder einen anderen Menschen gesucht, der mir einen Grund gibt, hier zu sein.

Das tut gerade ein bisschen weh beim Schreiben.

Und gleichzeitig macht es unglaublich viel Sinn.

Vielleicht war es früher meine Schwester.

Später habe ich diesen Grund vor allem in Partnerschaften gesucht.

Ein Mensch, dessen Liebe so gross ist, dass ich gerne hierbleibe.

Eine Verbindung, die so besonders ist, dass dieses Leben plötzlich Sinn ergibt.

Jemand, bei dem sich Erde endlich nach Zuhause anfühlt.

Vielleicht erklärt das auch, weshalb Partnerschaft für mich so lange so wahnsinnig viel tragen musste.

Sie sollte nicht einfach Partnerschaft sein.

Sie sollte Heimat sein.

Sinn.

Ankommen.

Vielleicht manchmal sogar eine Art Lebensberechtigung.

Erika sagte einmal zu mir:

Das, was du suchst, wirst du nicht in einer Partnerschaft finden.

Ich wusste damals nicht wirklich, was sie meinte.

Natürlich dachte ein Teil von mir vermutlich trotzdem:

Ja ja.

Warte nur, bis ich die richtige Person finde.

Heute glaube ich, dass ich zum ersten Mal verstehe, was sie gemeint haben könnte.

Das Ja, nach dem ich gesucht habe, ist vielleicht gar kein Ja eines anderen Menschen zu mir.

Es ist mein eigenes.

Mein Ja zur Erde.

Mein Ja zu diesem Leben.

Mein Ja zu meinem Körper.

Und dieses Ja kann mir keine Partnerin geben.

Auch die liebevollste nicht.

Kein Mensch kann für mich entscheiden, dass ich hier sein möchte.

Das ist vielleicht sogar unfair viel Verantwortung, die ich damit unbewusst auf Partnerschaft gelegt habe.

Liebe mich so, dass ich bleiben will.

Puh.

Vielleicht darf Liebe etwas ganz anderes werden, wenn sie diese Aufgabe nicht mehr erfüllen muss.

Vielleicht darf ich einen Menschen lieben, ohne ihn zu meinem Grund zu machen.

Vielleicht darf meine Partnerin meine Partnerin sein.

Nicht mein Anker auf diesem Planeten.

Nicht mein Beweis dafür, dass es sich lohnt, hier zu sein.

Nicht meine Verbindung zur Erde.

Denn diese Verbindung entsteht gerade woanders.

In mir.

Ich habe vor nicht allzu langer Zeit eine Entscheidung getroffen.

Ich will hier sein.

Nicht nur irgendwie.

Nicht mit einem Bein auf der Erde und dem Rest von mir irgendwo zwischen den Sternen.

Ich will hier sein.

In der Materie.

Denn wenn ich schon auf der Erde bin, dann kann ich sie doch auch erleben.

Das hier ist schliesslich der Ort, an dem Körper möglich sind.

Und plötzlich interessiert mich dieser Körper immer mehr.

Meiner.

Und andere.

Ich möchte meinen Körper erforschen.

Ich möchte wissen, wie sich Leben in ihm anfühlt.

Wie Musik sich anfühlt, wenn ich sie nicht nur höre, sondern wenn sie durch meinen Brustkorb läuft.

Wie Tanzen sich anfühlt, wenn ich nicht darüber nachdenke, wie ich dabei aussehe.

Wie es ist, einen anderen Menschen zu berühren.

Und berührt zu werden.

Mit Händen.

Mit einem Blick.

Mit Worten.

Emotional.

Und dann zu beobachten, wo genau mein Körper darauf antwortet.

Vielleicht zieht sich etwas zusammen.

Vielleicht wird etwas warm.

Vielleicht beginnt etwas zu kribbeln.

Vielleicht öffnet sich mein Brustkorb.

Vielleicht möchte ich näher.

Vielleicht weiter weg.

Vielleicht möchte ich küssen.

Vielleicht möchte ich Sex.

Vielleicht möchte ich einfach nur neben einem Menschen liegen und seine Haut an meiner spüren.

Wie verrückt eigentlich.

So viel Leben.

So viel Materie.

Und ich war so lange damit beschäftigt, irgendwo anders hin zu wollen.

Heute während der Behandlung musste ich trotzdem plötzlich weinen.

Meine Therapeutin erzählte mir, dass sie dieses Wahrnehmen kennt.

Dieses Wissen, das manchmal einfach da ist.

Ein Gefühl dafür, wie es einem anderen Menschen gerade geht.

Ob etwas im Raum steht.

Ob sich jemand etwas von mir wünscht.

Diese Informationen, die manchmal scheinbar aus dem Nichts auftauchen.

Und genau das war für mich bisher oft gar nicht besonders romantisch oder spirituell.

Es war vor allem:

Stress.

Denn ich hatte nicht das Gefühl, selbst entscheiden zu können, wann ich etwas wahrnehme.

Plötzlich war da etwas.

Ein Gefühl.

Ein Gedanke.

Eine Information.

Eine Stimmung.

Und ich wusste nicht:

Ist das meins?

Ist das vom anderen?

Ist das Projektion?

Ist das Angst?

Bilde ich mir das gerade ein?

Und weil ich es nicht zuordnen konnte, habe ich es sehr häufig erst einmal zu mir genommen.

Wenn plötzlich Schwere da war, dachte ich:

Mit mir stimmt etwas nicht.

Wenn Unruhe auftauchte:

Warum bin ich schon wieder so nervös?

Wenn irgendeine Information in mir landete:

Was soll ich jetzt damit?

Mein Verstand hat dann hervorragend darin mitgemacht, daraus innerhalb kürzester Zeit ein komplettes Gerichtsverfahren zu bauen.

Hast du dir das eingebildet?

War das wirklich da?

Projizierst du?

Bist du vollkommen grössenwahnsinnig?

Kannst du bitte einfach normal sein?

Offenbar nicht.

Auch gut.

Was mich heute so berührt hat, war gar nicht unbedingt irgendeine Erklärung dafür, was ich wahrnehme.

Vielleicht lässt sich das auch gar nicht sauber erklären.

Es war viel einfacher.

Da war ein Mensch, der sagte:

Ich kenne das.

Und mein ganzes System machte:

Oh.

Ich bin damit nicht alleine.

Vielleicht muss ich mich nicht ständig selbst dafür infrage stellen.

Vielleicht darf ich meiner Wahrnehmung zuhören, ohne sie deshalb sofort zur absoluten Wahrheit zu erklären.

Das fühlt sich gerade wichtig an.

Denn ich möchte nicht wieder aus der Materie verschwinden.

Ich möchte nicht anfangen, jeden Gedanken, jeden Blick und jede Regung eines anderen Menschen feinstofflich zu analysieren.

Um Gottes willen.

Das wäre ja auch nur eine andere Form von Kontrolle.

Aber ich möchte mich auch nicht mehr dafür bekämpfen, dass ich manchmal Dinge wahrnehme, die ich nicht sofort erklären kann.

Vielleicht darf beides gleichzeitig existieren.

Meine Wahrnehmung.

Und mein Nichtwissen.

Und dann machte sie mir noch ein Geschenk.

Vielleicht sogar eines der grössten heute.

Sie zeigte mir:

Du kannst die Tür auch zumachen.

Äh.

Bitte was?

Das geht?

Ich war diesem Erleben bisher so häufig ausgeliefert.

Als hätte irgendwo permanent eine Tür offen gestanden und alles durfte einfach hereinspazieren.

Hallo.

Hier noch eine Stimmung.

Da noch eine Information.

Hier noch irgendetwas, das vermutlich überhaupt nicht dir gehört.

Viel Spass damit.

Dass ich selbst eine Tür habe, kam in diesem Konzept offenbar nicht vor.

Noch weniger, dass ich einen Türgriff habe.

Und dass meine Hand darauf liegt.

Ich musste dabei an Erika denken.

Sie sagt manchmal, dass sie während ihrer Arbeit ihr drittes Auge zumacht.

Vielleicht meint sie genau das.

Vielleicht auch nicht.

Da sind sie wieder, diese Begriffe.

Was mir heute viel wichtiger geworden ist:

Ich darf entscheiden, wann ich offen bin.

Ich muss nicht alles empfangen.

Ich muss nicht alles wissen.

Ich muss nicht alles fühlen.

Und ich muss vor allem nicht automatisch alles zu meinem machen, was plötzlich in mir auftaucht.

Vielleicht kann ich erst einmal fragen:

Gehört das überhaupt zu mir?

Und vielleicht darf ich sogar sagen:

Heute nicht.

Tür zu.

Das fühlt sich gerade fast revolutionär an.

Denn plötzlich bedeutet Sensibilität nicht mehr automatisch Ausgeliefertsein.

Offenheit ist dann kein Zustand, in dem ich permanent sein muss.

Sie wird eine Entscheidung.

Ich kann mich öffnen.

Und ich kann mich wieder schliessen.

Nicht aus Angst.

Nicht um die Welt auszusperren.

Sondern weil auch ich eine Grenze habe.

Eine Haut.

Ein Innen.

Ein Aussen.

Vielleicht widerspricht Grenze Verbindung überhaupt nicht.

Vielleicht macht sie Begegnung erst möglich.

Und vielleicht ist genau auch das Materie.

Eine Tür.

Eine Grenze.

Ein Körper.

Ein Hier.

Ein Ich.

Wir hatten heute ursprünglich sowieso ein ganz anderes Thema.

Zumindest dachte ich das.

Ich bin zu ihr gegangen, weil ich in letzter Zeit so viel Selbsthass in mir erlebe.

Selbstzerstörung.

Aggression gegen mich selbst.

Und weil ich mich mir öffnen möchte.

Mich annehmen.

In der Anamnese sagte ich noch:

Ich weiss, dass es schwer ist. Aber wenn ich dem ein kleines Stück näherkommen könnte, wäre das schon toll.

Sie schaute mich an.

Lachte.

Und fragte:

Ist es denn schwer?

Verdammt.

Da war wieder so ein Satz.

Ist es denn schwer?

Ich hatte einfach vorausgesetzt, dass es schwer sein muss.

Selbstannahme ist schwer.

Heilung ist schwer.

Veränderung ist schwer.

Im Körper ankommen ist schwer.

Auf der Erde sein ist schwer.

Das Leben ist schwer.

So viele Konzepte.

So viele Sätze, die wir irgendwann irgendwo eingesammelt haben und danach behandeln, als wären sie Naturgesetze.

Vielleicht ist es schwer.

Vielleicht manchmal sogar sehr.

Aber vielleicht muss ich es nicht schon vor Beginn entscheiden.

Vielleicht könnte ich auch einmal neugierig sein.

Was, wenn es leicht sein darf?

Was, wenn ich mich nicht erst durch sämtliche inneren Höllenkreise arbeiten muss, bevor ich freundlich mit mir sein darf?

Was, wenn ich nicht noch zehn Jahre Selbstoptimierung brauche?

Was, wenn ich einfach anfangen kann, mich mir zu öffnen?

Heute hat sie energetisch auf Knochenebene gearbeitet.

Auch so ein Satz, bei dem ich irgendwann aufgehört habe, alles verstehen zu wollen.

Ich lag einfach da.

Mein Körper lag da.

Und irgendetwas durfte geschehen.

Jetzt sitze ich zu Hause.

Und ich realisiere langsam, wie ruhig es in mir ist.

Nicht leer.

Nicht abgeschnitten.

Ruhig.

Meine eigene Energie fühlt sich unglaublich fein an.

Still.

Und vor allem:

wohlgesonnen.

Das berührt mich fast am meisten.

Denn wenn so viel Aggression gegen mich in mir unterwegs war, hätte ich vielleicht erwartet, darunter ebenfalls etwas Hartes zu finden.

Etwas Gefährliches.

Etwas, das bekämpft werden muss.

Und stattdessen finde ich gerade etwas vollkommen anderes.

Mich.

Ruhig.

Fein.

Mir zugewandt.

Vielleicht habe ich mich unter all dem Lärm einfach nicht mehr gehört.

Und plötzlich denke ich an meine Katze.

Die ist eigentlich ein ziemlich gutes Vorbild für diese Sache mit der Erde.

Meine Katze hat uns ausgesucht.

Nicht andersherum.

Sie kam zu uns und hat offenbar beschlossen:

Hier wohne ich jetzt.

Und sie fragt sich ganz sicher nicht jeden Morgen, ob sie bei uns willkommen ist.

Sie ist es einfach.

Selbstverständlich.

Sie liegt auf dem Sofa.

Sie läuft durch die Räume.

Sie fordert ein, was sie braucht.

Sie kommt zu uns, wenn sie Nähe möchte.

Und wenn sie keine möchte, gibt es daran meistens ebenfalls wenig Interpretationsspielraum.

Sie wirkt nicht, als müsste sie sich ihre Zugehörigkeit jeden Tag neu verdienen.

Sie hat uns gewählt.

Wir haben sie gewählt.

Und wir geniessen uns.

Vielleicht berührt mich genau das gerade so sehr.

Diese Selbstverständlichkeit.

Nicht ständig die Frage:

Darf ich hier sein?

Sondern:

Ich bin hier.

Und es ist schön.

Vielleicht ist auch das Materie.

Nicht weniger heilig.

Sondern vielleicht gerade deshalb heilig.

Ich glaube, ich beginne langsam zu verstehen, was meine Therapeutin heute meinte.

Auf der Erde zu bleiben ist eine Entscheidung.

Und ich entscheide mich gerade dafür.

Nicht wegen meiner Schwester.

Nicht wegen meiner Partnerin.

Nicht weil irgendein Mensch mich genug liebt, damit ich einen Grund habe, hierzubleiben.

Sondern weil ich hier sein möchte.

Das fühlt sich gerade vollkommen anders an.

Vielleicht habe ich mein ganzes Leben nach jemandem gesucht, der mir dieses Ja abnimmt.

Und vielleicht lag es die ganze Zeit bei mir.

Mein Ja zur Erde.

Mein Ja zur Materie.

Mein Ja dazu, ein Mensch zu sein.

Nicht gegen die unsichtbare Welt.

Nicht gegen meine Feinfühligkeit.

Nicht gegen all das, was ich vielleicht wahrnehmen kann und niemals vollständig erklären werde.

Ich muss diese andere Welt nicht zerstören, um hier zu leben.

Ich darf einfach die Tür schliessen.

Meine Tür.

Mit meiner Hand.

Und mich umschauen.

Hier.

In diesem Raum.

In diesem Körper.

In diesem Leben.

Vielleicht war Zuhause nie nur dort.

Vielleicht darf Zuhause auch hier sein.

Auf dieser Erde.

Mit Haut.

Mit Knochen.

Mit Musik.

Mit Händen.

Mit Tanzen.

Mit Küssen.

Mit Sex.

Mit Umarmungen.

Mit Tränen.

Mit meinem Atem.

Mit anderen Menschen.

Und mit mir.

Und vielleicht kann ich Partnerschaft jetzt sogar noch einmal ganz anders kennenlernen.

Nicht als Grund, hier zu sein.

Sondern als etwas, das ich hier erleben darf.

Weil ich sowieso schon da bin.

Heute fühlt sich die Erde jedenfalls erstaunlich freundlich an.

Und vielleicht darf ich es meiner Katze ein bisschen gleichtun.

Nicht jeden Tag überprüfen, ob ich wirklich willkommen bin.

Nicht ständig nach einem Menschen suchen, der mir bestätigt, dass ich bleiben darf.

Sondern irgendwann einfach beschliessen:

Hier wohne ich jetzt.

Vielleicht sogar:

Hier wohne ich gern.

Nicht weil ich endlich alles verstanden habe.

Nicht weil ich ausreichend geheilt bin.

Nicht weil ich gelernt habe, richtig Mensch zu sein.

Sondern weil ich einer bin.

Ein Menschenkind.

Hier.

In der Materie.

Und vielleicht muss ich gar nicht zurück nach Hause.

Vielleicht darf ich langsam begreifen:

Ich bin schon da.

Und diesmal bin ich nicht hier, weil jemand anderes mich braucht.

Ich bin hier, weil ich mich dafür entscheide.

Ein Menschenkind.

Das selbstverständlich hier sein darf.

Das willkommen ist.

Und geliebt.

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Ein Raum, in dem du mir antworten darfst.

Noch ist dieser Raum still.

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